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Steigende Zinsen in der Zukunft

Quelle: baufi24.de

50 Prozent der zwischen dem 28. September und 10. Oktober 2018 befragten professionellen Immobilienvermittler in Deutschland gehen von einer leichten Erhöhung des Leitzinses (derzeit 0 Prozent) um bis zu 0,25 Prozent aus. 26 Prozent erwarten eine Erhöhung auf einen Wert zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Mit einer starken bis sehr starken Erhöhung rechnen nur vier Prozent der Befragten. Ein Fünftel der Immobilienprofis geht davon aus, dass es auch im kommenden Jahr noch keine Leitzinserhöhungen geben wird.

Dass so viele Marktexperten von einer Zinsanhebung ausgehen, ist neu. In einer Umfrage der Deutsche Bank Bauspar AG, an der sich tausend Internetnutzer im Alter zwischen 18 und 69 Jahren beteiligt hatten, war die Tendenz allerdings schon angedeutet worden. Ausgangspunkt der Befragung war eine Aussage von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser hatte im Juni angekündigt, das Ankaufprogramm für Staatsanleihen weiter zurückzufahren, was von den Märkten als Abkehr von der Politik des billigen Geldes verstanden wurde.

Moderat steigende Immobilienkredite ohne Einfluss auf Immobilienpreise

Der Leitzins beeinflusst vor allem die Geld- und Kreditmärkte. Entscheidet sich die EZB für eine Erhöhung, gilt ein Anstieg der Darlehenszinsen als sehr wahrscheinlich. Damit würden auch Immobilienkredite teurer.

Die befragten Makler, Bauträger und Immobilienspezialisten erwarten jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Immobilienpreise. 63 Prozent gehen von einem zunächst unveränderten Niveau aus: Sie rechnen nicht damit, dass durch moderat steigende Kreditkosten die Immobilienpreise sinken werden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Quantum-Studie von Mai 2018.

Auch bei der Nachfrage (65 Prozent) und der Angebotsmenge (72 Prozent) vermuten die meisten Profis laut MMI 2018 keine Veränderungen. Betroffen wird den Experten zufolge vor allem die Vermarktungsdauer gesehen: 31 Prozent gehen von einer längeren Zeit aus, die ein Objekt auf dem Markt sein wird. 20 Prozent prognostizieren sinkende Abschlusszahlen.

Run der privaten Käufer auf Eigenheime

Die stärksten Reaktionen auf dem Markt erwarten 53 Prozent der Befragten von Eigenheimkäufern: Bei spürbar steigenden Zinsen würden diese versuchen, noch schnell eine Immobilie zu kaufen, so die Experten. Nur sieben Prozent der Befragten gehen davon aus, dass es einen schnellen Rückgang der Nachfrage seitens dieser Käufergruppe geben könnte.

Knapp ein Viertel der Befragten denkt, dass private Kapitalanleger „noch schnell kaufen“ werden, von gewerblichen Kapitalanlegern erwarten das nur 16 Prozent. Dass Verkäufer „noch schnell verkaufen“, das denken immerhin 48 Prozent der Befragten. 52 Prozent warten demnach erst einmal ab, wie der Markt reagiert.

Nach Einschätzung der Immobilienprofis hätte eine Anhebung des Leitzinses von derzeit 0 auf 0,5 Prozent zur Folge, dass Käufer einen Wohnbaukredit für fünf bis zehn Jahre zu einem Zinssatz von rund zwei Prozent finanzieren. Würde dieses Szenario bis 2020 eintreten, verlangsame sich die Preissteigerung. Ein Stillstand würde laut Immowelt-Prognose erst bei einem Zinssatz von rund drei Prozent eintreten.

 

Quelle: http://www.xing-news.com/reader/news/articles/1849647

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